Neuweltkameliden, und im besonderen Alpakas, wurden von den frühen Bewohnern Südamerikas wegen ihrer wertwollen Wolle gezüchtet und gehalten. Das Wollkleid der Alpakas weist eine einheitliche Struktur auf. Durch selektive Züchtung wurde beim Alpaka der Anteil der Grannenhaare stark zurückgedrängt beziehungsweise gänzlich eliminiert und deren Durchmesser ebenfalls reduziert. Bei den zwei Typen von Alpakas, dem wesentlich häufiger vorkommenden Huacaya (ca. 90 % der weltweiten Population) und dem Suri-Alpaka findet man Fasern, deren Durchmesser in der Bandbreite durchaus mit der Unterwolle des Lamas zu vergleichen ist. Der Anteil feinerer Fasern überwiegt jedoch, was einen durchschnittlichen Durchmesser von 17 bis 30 Mic. ergibt. Beim Huacaya liegt eine sehr feine Kräuselung vor, was bei längerer Bewollung der Tiere zu dessen kuscheligem Aussehen führt. Suris hingegen haben statt der Kräuselung eher eine lang gestreckte Wellung. Die Haare drehen sich in Locken und hängen nahe am Körper nach unten, was verstärkt durch ihren Glanz bei diesen Tieren immer ein brillant scheinendes Aussehen verursacht.
Es erscheint durchaus plausibel, dass beim Huacaya ein einheitliches Vlies aus feiner Unterwolle mit äusserst geringem Anteil an ebenfalls sehr feinen Grannen-Haaren, beim Suri hingegen ein einheitliches Haarkleid mit fast ausschliesslich äusserst feinen Grannenhaaren gezüchtet wurde. Die Wolle ist sehr leicht, wobei die
Suri etwas schwerer ist als die Huacaya, weil auch etwas gröber, jedoch mit viel Glanz und feinem, seidig kühlem Griff. Das Vliesgewicht bei einjähriger Schur reicht von 200g bei Vikunjas, 300g bis 1 kg bei Guanakos, 1 bis 3 kg bei Lamas und bis zu 1,5 bis 5 kg bei Alpakas. Der Wollertrag ist nicht nur von der Genetik, sondern auch von den Witterungseinflüssen und der Versorgung mit Energie und den nötigen Spurenelementen und Mineralstoffen abgängig. Bei Witterungseinflüssen dürfte sich nicht so sehr die absolute Temperatur alleine, als vielmehr der grosse Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht positiv auf die erzielbare Wollmenge auswirken.
Verarbeitung der Wolle
Die Fasergewinnung erfolgt durch die Schur. Diese kann einerseits von Hand, andererseits maschinell erfolgen. Wichtig dabei ist, dass die Rohwolle nicht schmutzig ist. Die Wolle wird gewaschen, gekardet und anschliessend verspinnt. Anschliessend kann das Garn durch Stricken oder Weben zu wunderschönen Produkten weiterverarbeitet werden. Die Kleidungstücke besitzen die Eigenschaft der Thermoregulation. Ohne zu schwitzen, verleihen diese Kleider ein angenehm weiches und wärmendes Gefühl.
Wollverarbeitungsprojekte in der Schweiz
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