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Samstag, 04. Februar 2012

Vereinstrekking ins Calfeisental 2007

Wieder einmal ist es so weit und ein paar Mitglieder des Vereins Lama- und Alpakahalter Schweiz treffen sich zum jährlichen Vereinstrekking.

 

Es ist Freitag den 3. August 2007, 14 Uhr und die ersten Zugfahrzeuge mit Anhänger treffen auf dem Parkplatz des Restaurant Gigerwald im Calfeisental ein. Das Wetter ist grau und ein paar letzte Regentropfen fallen vom Himmel. Hoffentlich kommt kein Regen mehr....

Abstand

Die ersten Lamas und Alplakas werden ausgeladen. Die Tiere begrüssen sich gegenseitig mit Geschnalze und Beschnupperung. Nach und nach treffen weitere Teilnehmer und Tiere ein. Wir bereiten unsere Kleinkamele für die bevorstehende Wanderung vor. Sättel werden aufgeschnallt, Packtaschen beladen und gewogen, Tiere gefüttert und getränkt. Gegen 15 Uhr ist die Gruppe zum Aufbruch bereit. Es ist ein wunderschöner Anblick, die 19 Lamas und 3 Alpakas mit ihren 20 Führern zu sehen, wie sie langsam den Parkplatz verlassen und zur Staumauer aufsteigen. Sind wir wirklich in Europa? Vor uns haben wir eine kurze Wanderung von 1½ Std. welche uns zuerst über eine Forststrasse führt und danach auf der Fahrstrasse entlang des Stausees. Wegen des trüben Wetters sind viele Touristen Zuhause geblieben und die Fahrstrasse gehört voll und ganz uns. Wir müssen einen längeren Tunnel durchqueren, welcher schlecht beleuchtet ist. Wie werden wohl unsere Neuweltkameliden darauf reagieren? Die Zweibeiner haben sich vorausschauend mit Leuchtwesten bekleidet, damit sie von den Fahrzeugen gesehen werden. Gemütlichen Schrittes gehen wir der Fahrbahn entlang Richtung St. Martin. Im dunkeln, feuchten Tunnel erhöhen die Vierbeiner das Tempo sichtlich, sie fühlen sich unwohl.

Unsere erste Nacht verbringen wir in St. Martin. Ein kleines Walserdorf, in dem zu seiner Blühtezeit im 15. Jahrhundert hundert Personen in 12 Familien lebten. Heute ist es nur noch im Sommer bewohnt und zwar von einer Familie, die das Restaurant mit Gästezimmer und Massenlager betreut. Ein wunderbarer Ort, der zum Verweilen einlädt.

Nach dem Abendessen macht sich eine Gruppe zu einer „Rekordfichte" auf. Es ist die grösste in Europa und weist einen Durchmesser von 1,84 Meter auf und ist mehr als 300-jährig. Es braucht mindestens vier Erwachsene, um sie zu umarmen. Wir verbringen einen fröhlichen Abend und die letzten beziehen ihr Nachtquartier nach Mitternacht.

 

Um 7.30 ist Tagwache. Ein wunderschöner Sonnentag mit stahlblauem Himmel erwartet uns. Welch eine Freude! Zwei Nachzügler treffen heute morgen zur Gruppe. Nun sind wir vollständig. Nach einem ausgiebigen Frühstück werden unsere wolligen Wanderbegleiter für das Trekking vorbereitet. Um 9.30 ist Start. Es steht eine Wanderung von 3½ Std. vor uns (807 Höhenmeter Aufstieg).

Gemeinsam verlässt die Gruppe St. Martin und zieht bergaufwärts. Der Forstweg schlängelt sich den Berg hoch, meist im Wald, der sich ab und zu öffnet und den Blick auf die umliegenden Berge und Wiesen freigibt. Die ersten treffen bereits nach zwei Studen Aufstieg auf der Alp ein, wo Mittagsrast gemacht wird. Sandwiches für die hungrigen Bäuche und ein Kaffee für die übernächtigten Trekkingführer und schon geht es wieder los. Im Auto der Hüttenwartin befinden sich 150 kg Ware, die unsere Tiere zur Hütte hochtragen sollen. Schön säuberlich mit den zu tragenden Kilos angeschrieben, damit das Verteilen schneller geht. Die zur Verfügung gestellten Tiere werden beladen und auch wir Zweibeiner nehmen einiges in unseren Rucksäcken auf. Vollbeladen verlassen wir die Alp und steigen den Bergweg Richtung Hütte hoch. Die Karowane schlängelt sich langsam über Alpwiesen, Bergbäche und das steinige steile Weglein immer höher und höher. Kurz vor der Hütte die grosse Herausforderung. Der Bergweg wird noch schmaler und es muss ein schräges, enges Brücklein überquert werden. Die Packtaschen werden von den Lamas abgehängt und jedes Tier wird einzeln über das Brücklein geführt. Die Zweibeiner tragen die Packtaschen und werden sich bewusst, was ihre Tiere da alles für sie hochschleppen. Zum Glück ist die Passage kurz und das Gewicht kann wieder den Tieren angehängt werden. Es fehlen nur noch wenige Höhenmeter und wir sind am Ziel, der Fahnenmast ist bereits in Sicht.

 

Bei der Hütte angekommen, werden wir freudig vom Hüttenwartehepaar begrüsst. Als erstes werden die Tiere abgesattelt und auf der Wiese hinter der Hütte angepflockt. Zum Dank erhalten sie Kraftfutter, Heu und Wasser.

 

Der Nachmittag vergeht sehr schnell mit Fachsimpeln, Spielen und einige begeben sich auf Schatzsuche. Die lange Wanderung machte nicht nur unsere Lamas und Alpakas müde, sondern auch die Teilnehmer sind heute nicht mehr so fit wie am Vortag. Nach dem Apéro, gespendet vom Verein, und dem Abendessen, bestaunen wir die Steinböcke, welche oberhalb der Hütte interessiert auf unsere Tiere herunterschauen. Danach gehen die ersten bereits ins Bett. Die kurze Nacht und der sonnige Tag haben ihre Spuren hinterlassen....

 

Die Nachtruhe wurde durch einige Männer gestört, welche sich entschieden hatten, gerade in dieser Nach die alpine Weltmeisterschaft im Motorsägen durchzuführen. Sie bemühten sich, sich gegenseitig zu übertrumpfen, dies zum Leid der anderen Massenlagermitbenutzer...

 

Die ersten Sonnenstrahlen wecken uns am Morgen früh... Wieder steht ein wunderschöner Tag vor uns. Tiere und Menschen, mehr oder weniger ausgeruht, bereiten sich nach einem Bergfrühstück für den Rückweg vor. Diesmal sind die Packtaschen unserer Kleinkamele fast leer und auch unsere Rucksäcke sind leichter geworden. Ein Gruppenfoto vor der Hütte, Verabschieden von den Hüttenwarts und schon geht es talwärts los... Vergnügt nehmen wir den uns schon bekannten Weg unter die Füsse. Auf der Sardona Alp ein Znünikaffee, in St. Martin ein Mittagskaffee, beim Rest. Gigerwald ein Zvieri-Eis und das unterhaltsame Vereinstrekking gehört schon fast der Vergangenheit an. Wie die Zeit doch immer viel zu schnell vergeht. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer für das unvergessliche Trekking.

 

Virginia Brand

Abstand